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Donnerstag, 12. August 2010
Reha Tag 4: Wünsch Dir was...
jonews666, 22:07h
Schon mal Frühsport mit ca. 15 Übergewichtigen und/oder standhaften Sportverweigerern gemacht?
Da knirscht es und knackt es und Uschi aus Dasing sorgt sich um ihre Ballerinas und darum, dass ihr Top trockenbleibt (das versteht sie wohl unter wetterfester Kleidung). Jo aus Germering allerdings war nicht wirklich sportlicher (wenn auch mit aktueller wetterfester GoreTex Mode gekleidet). Eine Woche verodnete Bewegungslegasthenie in der Klinik haben mich zu einer Bewegungsmumie werden lassen. Das geht gar nicht und so beschließe ich ab sofort jeden Tag selber meine Knochen bei einem Frühspaziergang knacken zu lassen. Vielleicht treffe ich ja Frau Dr. T und Sie gibt einige Tips oder so...
Ansonsten gab es heute Massage (immer wieder gerne) und so ne Art Volleyball für Anfänger. Alles sehr angenehm und wie es im Fachchinesisch heißt "niederschwellige Angebote unter Anleitung". Ich habe heute das Angebot Vortrag "Gesunde Ernährung" ausschlagen müssen. Meine Currywurst und die Pommes mit extra Mayo lasse ich mir nicht von diesen "schwindsüchtigen Ernährungstussis" madig machen. Beschließe ich zumindest, wenn auch mein Cholesterin (das Schlechte) den Grenzwert deutlich toppt.
Mein Tischnachbar Uwe sieht das mit dem "Kohlerin" sowie so anders, ich habe ihn gerade mit einer herzhaften Pizza Mama (mit Allem) auf dem REHA-Parkplatz gesehen. Dazu ein frisches Blondes aus dem Kofferraum aus seinem Benz. Wer hat der hat.
Lese gerade ein sensationelles Buch "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky (mare Verlag). Frau Schalansky beschreibt dort 50 Inseln in den Weltmeeren und erzählt Geschichten zu diesen Inseln. Die Geschichte von Rapa Iti (Französisch-Polynesien, Pazifischer Ozean, 482 Einwohner, 40 qkm klein) ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
Ein sechsjähriger Junge träumt immer wieder von einer fremden Sprache und beherrscht diese Sprache schließlich fließend. Niemand kennt diese Sprache, bis schließlich ein französischer Wissenschaftler in einer Hafenstadt durch Zufall eine Frau findet der die gleiche Sprache spricht wie der Junge. Diese Sprache wird nur auf Rapa Iti gesprochen. Der Junge, inzwischen ein Mann (Marc Liblin) heiratet die Frau und zieht mit ihr auf diese Insel. Er stirbt dort im Mai 1998. Er war vorher niemals auf dieser Insel und ist in Frankreich geboren worden.
Da knirscht es und knackt es und Uschi aus Dasing sorgt sich um ihre Ballerinas und darum, dass ihr Top trockenbleibt (das versteht sie wohl unter wetterfester Kleidung). Jo aus Germering allerdings war nicht wirklich sportlicher (wenn auch mit aktueller wetterfester GoreTex Mode gekleidet). Eine Woche verodnete Bewegungslegasthenie in der Klinik haben mich zu einer Bewegungsmumie werden lassen. Das geht gar nicht und so beschließe ich ab sofort jeden Tag selber meine Knochen bei einem Frühspaziergang knacken zu lassen. Vielleicht treffe ich ja Frau Dr. T und Sie gibt einige Tips oder so...
Ansonsten gab es heute Massage (immer wieder gerne) und so ne Art Volleyball für Anfänger. Alles sehr angenehm und wie es im Fachchinesisch heißt "niederschwellige Angebote unter Anleitung". Ich habe heute das Angebot Vortrag "Gesunde Ernährung" ausschlagen müssen. Meine Currywurst und die Pommes mit extra Mayo lasse ich mir nicht von diesen "schwindsüchtigen Ernährungstussis" madig machen. Beschließe ich zumindest, wenn auch mein Cholesterin (das Schlechte) den Grenzwert deutlich toppt.
Mein Tischnachbar Uwe sieht das mit dem "Kohlerin" sowie so anders, ich habe ihn gerade mit einer herzhaften Pizza Mama (mit Allem) auf dem REHA-Parkplatz gesehen. Dazu ein frisches Blondes aus dem Kofferraum aus seinem Benz. Wer hat der hat.
Lese gerade ein sensationelles Buch "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky (mare Verlag). Frau Schalansky beschreibt dort 50 Inseln in den Weltmeeren und erzählt Geschichten zu diesen Inseln. Die Geschichte von Rapa Iti (Französisch-Polynesien, Pazifischer Ozean, 482 Einwohner, 40 qkm klein) ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
Ein sechsjähriger Junge träumt immer wieder von einer fremden Sprache und beherrscht diese Sprache schließlich fließend. Niemand kennt diese Sprache, bis schließlich ein französischer Wissenschaftler in einer Hafenstadt durch Zufall eine Frau findet der die gleiche Sprache spricht wie der Junge. Diese Sprache wird nur auf Rapa Iti gesprochen. Der Junge, inzwischen ein Mann (Marc Liblin) heiratet die Frau und zieht mit ihr auf diese Insel. Er stirbt dort im Mai 1998. Er war vorher niemals auf dieser Insel und ist in Frankreich geboren worden.
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Donnerstag, 12. August 2010
Tag 3 REHA: Irgendwas geht immer...
jonews666, 00:05h
Frühsport 7.30, Frühstück 8.15, Dauer-EKG ab 9 bis morgen um 7.00, Check der Halsschlagader um 9.30 (ich hab nen dicken Hals bekommt ne neue und echte Bedeutung...), Ergo-Training mit 50 Watt für 30 min (also wie langsames Radeln mit Gleichgesinnten zur Tanke), Mittag gegen 12.00, 15.00 Uhr Körpererfahrung (nicht das was ihr denkt sondern entspanntes Rumliegen in der Gruppe unter Anleitung und esoterischer Musik), 17.00 Uhr Abendbrot (Ingo ist abgereist, Neuzugang ist Religionslehrer Peter und sich insgesamt noch nicht im Klaren, wo er da gelandet ist), 18.30 Vortrag des Sozialarbeiters u.a. zu Fragen des Behinderungsgrades bei Herzinfarkt (es gibt nichts für mich, da vermutlich keine bleibende Schädigung des Herzens vorliegt...), Abendtrunk (alkoholfrei) mit besten Freund in Cafeteria mit ca. 50 Gleichgesinnten und einem Hasen, der sich wohl ausgerechnet hat, dass die Gestalten da auf der Terasse ihm nicht gefährlich werden können.
Und was gab es sonst noch: Die Erkenntnis beim Betrachten der Bilder aus Pakistan, dass es mir wirklich gut geht und das völlige Unverständnis bezüglich der Forderung aus der Wirtschaft erst mit 70 in Rente zu gehen. Ein Großteil der Jungs und Mädels hier sind hierzu nicht in der Lage, der andere Teil wird hoffentlich diesen Quatsch auch nicht machen. Gute Nacht!
Und was gab es sonst noch: Die Erkenntnis beim Betrachten der Bilder aus Pakistan, dass es mir wirklich gut geht und das völlige Unverständnis bezüglich der Forderung aus der Wirtschaft erst mit 70 in Rente zu gehen. Ein Großteil der Jungs und Mädels hier sind hierzu nicht in der Lage, der andere Teil wird hoffentlich diesen Quatsch auch nicht machen. Gute Nacht!
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Dienstag, 10. August 2010
Die (Wieder)Entdeckung der Langsamkeit
jonews666, 21:39h
Der 2. Tag in der REHA begann mit Blutabnehmen bei Frau Dr. T. Ich war sofort wach und habe fleißig viel Blut gegeben. Ab zum Frühstück und dann Frühsport. Ich habe tatsächlich nach geschätzten 20 Jahren wieder mit einem Frisbee rumgeworfen. Richtig gut war aber, zu merken, dass der Körper noch funktioniert und die Pumpe nicht gleich platt macht. Für jemanden, der sein Leben lang Sport getrieben hat, war die Vision nun maximal noch bis zum Müllcontainer wackeln zu dürfen eher beängstigend. Deswegen war ich gespannt auf das Belastungs-EKG. Früher waren für mich 275 bis 300 Watt eher Gesetz, nun galt es die für mich empfohlene Marke von 200 Watt zu reißen. Ich habe geschwitzt und gewonnen. Allerdings war bei 200 Watt Schluß. Auch deswegen, weil mein Tischgenosse Ingo fröhlich winkend mit seiner Badehose Richtung Strand pilgerte. Ingo hat sich entschlossen, heute Vormittag blau zu machen. Er müßte sich heute dringend vom REHA-Streß erholen.
Genau den erlebe ich hier nicht. Es ist die Langsamkeit in Allem, die wirkt. Nicht nur, dass in dieser Klinik auch viele Herzpatienten untergebracht sind, auch die RollatortreiberInnen lassen ohnehin keine höhere Fortbewegungsgeschwindigkeit auf der Hauptverkehrsachse in der Klinik (passt locker ein deutsches Oberklassefahrzeug und ein Guidomobil durch) zu. Der Stress entsteht auch deswegen nicht, weil vermutlich zumindest alle Herzpatienten unter Beta-Blockern stehen und zudem noch einige nette Psychopharmaka-Cocktail intus haben. Ich überlege, ob diese lustigen Pillen nicht auf Staatskosten verordnet werden sollten. Ich überlege, ob ich zusammen mit der lieben Pharmaindustrie eine "Legalize-Bewegung" starten soll. Als Entschädigung zahlen die mir dann meine Tabletten, die ich zukünftig täglich bis zum Lebensende schlucken muß. Ich werde noch morgen mit den Pharmakonzernen Kontakt aufnehmen. Überlge ferner, ob ich dieses Thema meinem Bundestagsabge- ordneten fürs Füllen des Sommerloches vorschlagen soll.
Man schreibt sich.
Genau den erlebe ich hier nicht. Es ist die Langsamkeit in Allem, die wirkt. Nicht nur, dass in dieser Klinik auch viele Herzpatienten untergebracht sind, auch die RollatortreiberInnen lassen ohnehin keine höhere Fortbewegungsgeschwindigkeit auf der Hauptverkehrsachse in der Klinik (passt locker ein deutsches Oberklassefahrzeug und ein Guidomobil durch) zu. Der Stress entsteht auch deswegen nicht, weil vermutlich zumindest alle Herzpatienten unter Beta-Blockern stehen und zudem noch einige nette Psychopharmaka-Cocktail intus haben. Ich überlege, ob diese lustigen Pillen nicht auf Staatskosten verordnet werden sollten. Ich überlege, ob ich zusammen mit der lieben Pharmaindustrie eine "Legalize-Bewegung" starten soll. Als Entschädigung zahlen die mir dann meine Tabletten, die ich zukünftig täglich bis zum Lebensende schlucken muß. Ich werde noch morgen mit den Pharmakonzernen Kontakt aufnehmen. Überlge ferner, ob ich dieses Thema meinem Bundestagsabge- ordneten fürs Füllen des Sommerloches vorschlagen soll.
Man schreibt sich.
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