Samstag, 14. August 2010
Samstags in der REHA Höhenried
jonews666, 20:45h
Ich neige nicht zu Depressionen. Noch nie. Aber ein Samstag in der Reha-Klinik ist bitter. Die Gänge sind wie leergefegt. Keine Weisskittel, keine Rollatoren, nur ganz wenige Pfleger. Sicherlich hat Manni gestern wohl doch ziemlich abgerockt. Vermutlich liegen ein Großteil der Patienten noch auf ihren Zimmern im Delirium. Mag sein. Aber schön ist das nicht. Ich komme mir phasenweise vor wie der Kommandant eines Raumschiffes. Die Crew hat bereits durch ein mysteriöses Ereignis das Schiff verlassen. Der Kommandant wandelt einsam durch die Gänge und sucht nach Leben. Ich habe deswegen, und da ich ein Gesprächspartner gesucht habe, Freundschaft mit Milly geschlossen.Milly hat dunkelbraune Haare und ist so an die 4 Jahre alt. Sie ist eine Katze. Wir haben heute interessante Stunden erlebt. Sie hat mich nie unterbrochen, keine Zwischenfragen gestellt. Ich konnte endlich mal meine Sicht der Dinge über das Leben, über die Welt, den Kosmos und das Befinden unserer Regierung (war der kürzeste Part) erläutern. Schließlich war ich durch. Milly war auf meinem Oberschenkel eingeschlafen. Wir haben uns dennoch für morgen verabredet. Ich erwäge morgen zum Zeitvertreib das Gespräch mit den umherstreifenden Eichhörnchen zu suchen. Vielleicht sollte ich mir allerdings noch mal genauer die Medikamentation meiner Tabletten durchlesen. Wegen Nebenwirkungen und so...
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