Montag, 16. August 2010
Von Fleisch- und Pflanzenfressern...
Die Grundkomponenten der Mahlzeiten hier in der Reha-Klinik sind derer 3: Salat, Salat, Salat.
Für Jemanden, der immer beim Griechen den Grillteller ordert, erst mal eine herbe Umstellung. Nicht nur für mich sondern auch für meinen Magen. Der ist soviel verdauungsförderndes Material nicht gewöhnt und gibt dementsprechende Laute von sich. Ich fange an zu verstehen, warum Pferde und Kühe mehrere Mägen haben. Im ersten Magen wird alles zerkaut aufgenommen, im zweiten Magen werden die Gase abgefackelt. Ich trage derzeit zumindest massiv zum Treinhauseffekt bei. Unter Gesamtwürdigung dieser Auswirkungen der Grünnahrung auf die Peristaltik beschließen Didder und ich, gleich noch einen Ausfall zu einer bekannten Schnellimbisskette in der Nähe zu machen. Uwe möchte direkt an einer Dönerbude abgesetzt werden und anschließend sein Vorrat an nicht alkoholfreien Getränken aufstocken. Ich komme mir sehr verwegen vor und schäme mich auch ein wenig. Aber so ein Hamburger (ich verspreche ohne Pommes) muß einfach mal sein. Didder faselt etwas von "Maximenue" und "Eisbecher Hawai". Da wird ich mich dann zurückhalten, wir wollen es nicht übertreiben. Unser religiöser Beistand Peter beschließt sich lieber auf seinem Zimmer noch ein Müsli zuzubereiten. Ich beschließe, sein Angebot, mir auch so einen Genuß zukommen zu lassen, freundlich abzulehnen. Didder fährt übrigens ein Ingolstädter Autofabrikat mit Bedarfsdach (Cabrio). Ich beschließe meinen Look zu verbessern und krame meine Sonnenbrille heraus. In der Ferne sehe ich bereits Uwe zum Treffpunkt schlurfen. Er trägt ein T-Shirt der Brauerei Löwenbräu aus den frühen 90er Jahren, eine kurze Jeansshort und Sandalen. Ich bin dann mal weg, in Erwartung eines spannenden Abends in Freiheit.

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