Dienstag, 24. August 2010
In Ketten gelegt...
Ganz viele Patienten hier tragen kleine Kästchen am Gürtel oder in schicken Umhängetaschen. Es sind 24 Stunden Blutdruckmessgeräte die voll automatisch den Blutdruck messen. Das heißt, man trägt ständig eine Manschette, von der ein Schlauch am Körper vorbei in das Messsgerät geht. Soweit so gut. Der Haken ist, dass das Gerät bis 21 Uhr automatisch alle 15 Minuten den Blutdruck und den Puls misst. Eine Pumpe geht automatisch an, die Manschette wird mit Luft gefüllt, und das Gerät mit Daten zum Blutdruck und Puls. Das ist wirklich laut. Also habe ich meinen Mittagsschlaf mit Ohrstöpsel gemacht. Das hat dazu geführt, dass ich nichts mehr gehört habe. Auch nicht den Kontrollanruf der Oberschwester. So kam es dann, dass schließlich Frau Dr. T mit Oberschwester gegen 13.45 Uhr an meinem Bett standen. Nicht schlecht habe ich mir gedacht. Sehr schlecht, haben sich allerdings die Anwesenden gedacht und mich nachdrücklich gebeten, die Ohrstöpsel zu entfernen. Habe ich dann getan, mein Mittagsschlaf war dann allerdings beendet. Das Gerät wird in der Nacht alle 60 Minuten messen. Ich denke, ich werde heute meine rein pflanzlichen Schlaftabletten nutzen.

Es gibt allerdings auch noch die üblere Variante. Die zieht Frank hinter sich her. In einem Kasten von der Größe eines Pilotenkoffers ist sein Herzersatz untergebracht. Nicht wirklich sein Herz sondern ein mechanisches, elektronisch gesteuertes Herz. Frank wartet auf ein Spenderherz. Als Frank mir das erzählte grinste er und machte Witze über mein kleines Blutdruckmeßsystem. Ich habe sofort beschlossen, dieses kleines Kästchen zu ignorieren, denn ich darf es morgen früh wieder abgeben. Mit nachdenklichen Grüßen aus der REHA Höhenried.

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